Mein Weg in die digitale Welt – heute: Wilhelm Gieffers

wilhelm_gieffersHallo Willi, schön, dass Du an unserer neuen Interview-Reihe teilnimmst. Stelle Dich doch bitte kurz unseren Lesern vor. Wo lebst Du und wie sieht Dein (digitaler) Alltag aus?

Guten Tag. Mein Name ist Willi Gieffers. Ich bin 1937, als jüngstes von 10 Kindern, in Istrup geboren. Heute lebe ich in Schwanewede bei Bremen und bin seit 54 Jahren verheiratet. Ich bin täglich an meinem Computer, einem PC mit Windows 10, aktiv. Da mache ich so allerlei, vor allen Dingen: E-Mails lesen und schreiben, surfen, Online einkaufen und gerne auch spielen. Mittlerweile habe ich auch mein Smartphone (ein Galaxy A3 mit dem System Android) in der täglichen Benutzung.

Wie verlief Dein Weg in die digitale Welt? Wann hat er begonnen und welche für Dich wichtigen Meilensteine gibt es zu erwähnen? 

Meine ersten konkreten Berührungspunkte mit Computern gab es schon Anfang der 80er Jahre. Ich war damals Sachgebietsleiter in der Abteilung Wohnungswesen bei der Stadt Bremen. Für die Umsetzung des „Fehlbelegungsabgabengesetz“ war das Suchen und Schreiben von Adressen extrem aufwändig. Ich erinnere mich noch gut, dass eine Stenotypistin monatlich ca. 8 Tage allein damit beschäftigt war. Ich bekam die Aufgabe, zusammen mit einem Programmierer und dem Rechenzentrum, eine Lösung mit Hilfe des Computers zu entwickeln. Und tatsächlich haben wir es geschafft, dass das neue Computer-Programm nur noch eine halbe Stunde für diesen sehr zeitaufwändigen Teil brauchte. Das war schon sehr beeindruckend.

Seit Mitte der 90er Jahre besitze ich auch privat einen Computer. Über die Jahre waren es verschiedene Modelle aber immer ein sogenanntes Desktop-Gerät. Einen Laptop habe ich mal probiert, bin damit aber irgendwie nie „warm geworden“. Eigentlich von Anfang an nutze ich den PC für meine E-Mail Korrespondenz und zum Surfen mit Google. Seit ca. 10 Jahren habe ich eine besondere Leidenschaft für das Verfassen von elektronischen Grußkarten entwickelt und zahlreiche Freunde und Bekannte damit „beglückt“.

Ein wichtiger Abschnitt lag zwischen 2005 und 2015. In dieser Zeit habe ich regelmäßig Computerkurse besucht, zunächst bei der VHS, später beim Senioren-Computerklub. Da ging es vor allem um das Erlernen und Bedienen der Microsoft-Office-Programme und die Fotobearbeitung.

Das war lehrreich aber auch zunehmend anstrengend. Einfach zu viele (oft englische) Fachbegriffe und immer mächtigere aber auch kompliziertere Programme. Deswegen habe ich damit aufgehört. Die Differenz zwischen dem Wenigen, was ich tagtäglich im Umgang mit dem Computer brauche und dem was diese riesen Programme heute bieten, ist einfach zu groß. Heute google ich eher nach einer Lösung für mein Problem oder schaue mir ein Erklärvideo auf YouTube an.

Aber am allerbesten ist es, nach wie vor, wenn man einen persönlichen Ansprechpartner hat, der einem mit gezielten Hinweisen weiterhilft. Um das Üben kommt man natürlich nicht herum auch wenn es manchmal schwerfällt.

Die vorerst letzten Stationen auf meiner digitalen Reise sind mein Tablet und mein Smartphone. Mit dem Tablet (Alpentab) bin ich nicht glücklich geworden. Es war einfach zu klein, zu schwierig zu benutzen und hatte keine SIM-Karte, mit der ich auch unterwegs online gehen konnte,

Mit meinem Smartphone ist das ganz anders. Nach anfänglicher Zurückhaltung (Was soll man mit dem Ding nur sinnvoll machen?) kam dann mit WhatsApp der Durchbruch. Vor ein paar Monaten haben wir mit unseren engsten Familienangehörigen eine WhatsApp-Gruppe mit dem lustigen Namen „Matjesschluck“ gegründet. Und siehe da, plötzlich waren wir immer auf dem Laufenden, konnten noch enger am Leben und Erleben unserer Kinder und Enkelkinder teilhaben. Einfach schön.

Wie bist Du auf connect45plus und seinen Gründer, Uwe Matern, aufmerksam geworden und was motiviert Dich, an diesem Interview teilzunehmen?


Uwe gehört seit ein paar Jahren zu meiner Familie. Als er mir von connect45plus erzählte, dachte ich: gute Idee. Einfach neben langwierigen Kursen online konkrete Hilfe anbieten, das wird dringend gebraucht. Und die kurzen Anleitungen, die im Online-Shop erhältlich sind, helfen gezielt weiter.

Wer oder was hat Dir besonders geholfen, Dir die digitale Welt zu erschließen und immer weitere Schritte zugehen? 

Zum Anfang war das, wie schon oben erwähnt, die Computerkurse und das Treffen in lockerer Runde mit Gleichgesinnten im Seniorencafe. Die persönliche (Computer-) Betreuung durch meine Familienangehörigen hat mir auch sehr geholfen. Ich tue mich mit dem Lesen von Erklärungen etwas schwer. Deswegen freue ich mich, wenn ich im Netz einfach verständliche Videos zum jeweiligen Thema finde.

Wenn Du zurückschaust, wie sahen Deine digitalen Aktivitäten vor 5 Jahren aus? Und wie, denkst Du, werden diese in 5 Jahren aussehen?

Vor 5 Jahren war meine „Computer-Welt“ noch übersichtlich. Heute ist mindestens gleichberechtigt mein Smartphone dazu gekommen. E-Mail und Google habe ich vor 5 Jahren gemacht, benutze sie heute und werde das wohl auch in Zukunft so machen. Facebook hat mich nie interessiert und konnte mir einfach keinen sinnvollen Nutzen bieten.

Beschreibe uns doch ein wenig, welche Apps und Dienstleistungen Du so einsetzt. Und welchen Nutzen Dir diese ganz konkret bringen. 

Da kommt dann doch das ein oder andere zusammen. Hier mal eine kleine Zusammenstellung:

App Mein Nutzen
E-Mail meine Korrespondenzzentrale
Google surfen und recherchieren
WhatsApp Familiengruppe, Kommunikation mit meiner ehemaligen Stammtischgruppe, stark wachsend
Mediathek (ARD und ZDF) Dokumentation, Kochsendungen
YouTube eher selten und nur wenn per Link darauf verwiesen wird
Word für meine schriftliche Korrespondenz
CoolPhoto mein Favorit für Grußkarten
Powerpoint Weihnachtskarten/Grüße
Teamviewer damit wurde und wir mir immer wieder schnell geholfen
Skype früher mehr genutzt , aktuell etwas weniger
Amazon, Conrad Electronic Online Shopping
Elster für meine Steuererklärung
Solitaire von Anfang an mein Lieblingsspiel
Smartphone-Kontakte mein Adressbuch
Smartphone-Nachrichten SMS

Gibt es so etwas wie Deine Lieblings-App? Und wenn ja, welche ist das und was machst Du so damit?

Ganz klar: WhatsApp. Damit bin ich in ständiger Verbindung mit der Familie, mit Freunden und Bekannten. Schnell ist eine Nachricht ausgetauscht, ein Video verschickt. So konnte ich erst kürzlich diverse Auftritte meiner Enkelkinder nahezu live mitverfolgen.

Wenn Du in die Vergangenheit schaust, hat bestimmt nicht immer alles auf Anhieb geklappt bzw. zählen auch digitale „Irrwege“ zu Deinen Erfahrungen. Welchen aktuellen Tipp hast Du für unsere Leser diesbezüglich?

Das stimmt. Der Weg ist manchmal mühsam. Wichtig sind Partner und Gleichgesinnte, zum Austausch und zur gegenseitigen Hilfe. Manchmal gilt auch hier: „geteiltes Leid ist halbes Leid“ 😉 . Und ein letzter Tipp: Niemals aufgeben!

Du bist ja viel auch Online unterwegs. Was stört Dich bei Angeboten oder Anbietern im Netz, was findet Du gut und hilfreich?

Mich stören am meisten die vielen, oft englischen Fachbegriffe. Geht es nicht etwas einfacher? Werbung stört mich eher weniger, wenn ich dafür gratis Hilfe bekomme. Was mich besonders nervt sind „hinterhältige“ Programme, die sich immer wieder auf meinem Rechner einschleichen. Ein guter Spam- und Virenschutz ist deswegen unerlässlich. Gut finde ich auch das Bewertungssystem mit Sternen und Kommentaren bei Amazon.

Lieber Willi, ganz herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und Spaß auf Deinem digitalen Weg. 

In unserer neuen Interview-Reihe „Mein Weg in die digitale Welt“ stellen wir Menschen vor, die sich erst später in ihrem Leben den Zugang zu den neuen digitalen Medien erfolgreich erarbeitet haben. Dabei interessiert uns ganz besonders , wie genau sie es geschafft haben, wer oder was ihnen dabei geholfen hat und welche „digitalen Schritte“ sie als nächstes unternehmen wollen. Und natürlich sind wir auch auf den ein oder anderen Tipp gespannt, den sie an „Gleichgesinnte“ weitergeben möchten.
 
2017-01-07T18:12:59+00:00 Blog, Mein Weg in die digitale Welt|0 Comments

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